Es gibt Orte, an denen Kinder anders lernen als am Tisch.
Der Wald ist so ein Ort. Und manchmal auch der Hochsitz.
Dort gibt es keine blinkenden Spielsachen, keine schnellen Antworten und keinen festen Plan, der immer aufgeht. Man geht los, schaut, wartet, hört hin. Manchmal sieht man viel. Manchmal fast nichts. Und genau darin liegt etwas, das Kindern guttut.
Draußen lernen Kinder nicht nur etwas über Tiere, Bäume und Spuren. Sie lernen etwas über sich selbst.
Sie merken,
- dass man nicht immer sofort reden muss.
- Dass leise sein schwerer ist, als es klingt.
- Dass ein Reh nicht auftaucht, nur weil man es sich wünscht.
- Dass Kälte, Dunkelheit, Mücken und Langeweile dazugehören können.
- Und dass ein gemeinsames Erlebnis nicht perfekt sein muss, um wertvoll zu sein.
Für uns ist der Wald kein pädagogisches Programm. Er ist ein gemeinsamer Raum.
Ein Kind, das draußen unterwegs ist, stellt andere Fragen.
„Wie lange noch?"
- „War hier ein Tier?"
- „Warum liegt das Kitz allein im Gras?"
- „Warum müssen wir still sein?"
- „Warum darf der Hund hier nicht frei laufen?"
Solche Fragen öffnen Türen.
Man erklärt nicht aus einem Lehrbuch. Man zeigt auf den Boden, auf eine Fährte, auf eine Fraßspur, auf ein kleines Geräusch im Laub. Kinder verstehen viel, wenn sie etwas mit eigenen Augen sehen.